Dr. med. Hans Bucher
Facharzt für Plastische
und Ästhetische Chirurgie
Facharzt für Allgemeine
Chirurgie – Handchirurgie
Am Stadtpark 2
D-90409 Nürnberg
Fon 0911 – 5 69 80 90
Fax 0911 – 5 69 80 99
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 zertifiziert nach DIN ISO 9001:2008
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Zonen der Fettabsaugung
Der deutsche plastische Chirurg Josef Schrudde hat 1972 als erster Fettgewebe mit einer Aspirariontskürette über kleine Schniite entfernt und damit den Grundstein für die Fettabsaugung (Liposuction) gelegt. Er hat diese Technik Lipexhairese, also Herausreißen von Fettgewebe, genannt. Die Italiener Giorgio Fischer und sein Vater Arpad Fischer gelten als Väter der modernen Liposuction. Giorgio Fischer beschrieb 1977 seine neue Methode. Über etwas größere Schnitte führte er ein Spülfräsinstrument ein, das er Planotom nannte. Damit zerkleinerte er das Fettgewebe und saugte es anschließend ab. Die Komplikationsrate war insbesondere für Blutungen, Flüssigkeuitsansammlungen und Dellenbildung noch relativ hoch.
Die Schweizer Plastischen Chirurgen Ulrich Kesselring und Victor Meyer entwarfen 1976 eine große, scharfe Kürette, mit der sie das Fett aus den Reithosen aspirierten, nachdem das ganze Fettgewebe mit einer langen Schere von der Unterlage abgelöst war. Auch ihre Ergebnisse waren noch oft unbefriedigend.
 
Josef Schrudde Gorgio Fischer Ulrich Kesselring
Der Franzose Yves-Gerard Illouz hat 1977 das Konzept der Tunnelierung des Fettgewebes mit einer dünnen, stumpfen Kanüle entworfen. Dadurch wurde ein Ablösen des Fettgewebes von der Unterlage vermieden und die Durchblutung des Gewebes geschont. Um das Absaugen des Gewebes besser zu ermöglichen, war es notwendig, vorher eine gewisse Menge Flüssigkeit zu injizieren (sog. Wet Technique) . Dadurch wurden die Komplikationrate erheblich gesenkt und die Ergebnisse erheblich verbessert.
Ein weiterer Pionier auf dem Gebiet der Fettabsaugung war der Franzose Pierrre Fournier. Er entwickelte die sog. Criss-cross-Technik mit überlappender Behandlung in verschiedenen Ebenen von verschiedenen Schnitten und verschiedenen Winkeln aus. Er veröffentlichte auch grundlegende Arbeiten zur Fetttransplantation und führte die manuelle Absaugung mit Spritzen ein. Gemeinsam mit Iloouz verbreitete er die Fettabsaugung international auf Kongressen.

Yves-Gerard Illouz Pierrre Fournier
Zu Beginn der Entwicklungen wurde vor dem Eingriff nur eine geringe Menge Flüssigkeit eingespritzt, um die Absaugung zu ermöglichen. Man fand jedoch heraus, dass die Ergebnisse besser wurden je mehr Flüssigkeit eingespritzt wurde. Aus der so genannten "Dry"-Technik wurde über die "Wet"- und Super-Wet"-Technik die Tumenzenztechnik entwickelt.  - Geoffrey Klein
Der Amerikaner Geoffrey Klein veröffentlichte 1987 die so genannten Tumeszenztechnik, bei der mehrere Liter einer speziellen Lösung vor der Absaugung eingespritzt werden und das Gewebe für die Absaugung vorbereiten.
Die so genannte Kleinsche Lösung besteht aus Ringer- bzw. Kochsatzlösung als Volumenträger. Zugesetzt wird das gefäßverengende Mittel Suprarenin®, das die Blutungsgefahr minimiert. Weiterer Bestandteil ist ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum), das den Eingriff in örtlicher Betäubung ermöglicht. Der Zusatz von Bikarbonat schafft einen alkalischen pH-Wert. Dies verringert die Schmerzen bei der Injektion und verbessert die Wirkung des Lokalanästhetikums. Anfangs wurden meistens nur die tiefen Fettdepots abgesaugt, um Komplikationen wie Unregelmäßigkeiten und Hautschäden zu vermeiden. Der Italiener Marco Gasparotti entwickelte die so genannte oberflächliche Fettabsaugung. In seinem Buch "Superficial Liposculpture" hat er die Technik ausführlich beschrieben. Dabei wird die Ebene der Absaugung in die oberen Fettschichten verlegt. Durch das oberflächliche Absaugen wird die normale Retraktionsfähigkeit der Haut ausgenutzt, um eine Schrumpfung der Haut zu erzielen. Dies ist natürlich nur innerhalb gewisser Grenzen möglich. Ausgedehnte Hautüberschüsse wie zum Beispiel bei der Fettschürzenbildung können dadurch nicht beseitigt werden.  - Michele Zocchi
Die Ultraschall-asisstierte Liposuction (UAL) wurde von dem Italiener Michele Zocchi 1990 vorgestellt und propagiert. Die Anwendung von Ultraschall soll die Absaugung erleichtern und die Ergebnisse verbessern. Durch die Ultraschallwellen, die vorher appliziert werden, wird die Fettzellwand aufgelöst und der Inhalt verflüssigt.
Die Methode wurde in einer Anfangseuphorie immer häufiger angewandt. Allmählich zeigten sich jedoch auch spezifische Nachteile dieser Methode. Die Operationszeit wurde erheblich verlängert mit all ihren Risiken insbesondere bei Eingriffen in Vollnarkose.
Viele Anwender berichteten von einer Häufung von Serombildungen (Ansammlung von Wundsekret) nach Ultraschallabsaugung. Aus diesen Gründen wurde diese Methode von einigen Operateuren wieder verlassen oder nur noch in speziellen Fällen (Rezidiveingriffe, eher derbes und verhärtetes Fettgewebe)angewendet. Schließlich gibt es noch einige weitere Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Absaugtechniken, die aber noch nicht abschließend beurteilt werden können.
Beim Lipopulsing (monopolare Hochfequenzliposuction) werden durch einen hochfrequenten elektromagnetischen Spannungsimpuls die Fettzellen aufgelöst. Das Fettgewebe wird dann mit einer feinen Kanüle abgesaugt. Diese Methode eignet sich eher zur Feinmodellierung, da mit sehr dünnen Kanülen gearbeitet wird.
Bei der Wasserstrahl-Liposuction (Hydro-Jet) wird die Behandlung über eine Kanüle mit zwei Zuleitungen durchgeführt. Durch eine Leitung wird ein mit Druck pulsierender Wasserstrahl in das Gewebe eingespritzt. Der Wasserstrahl löst das Fett und in demselben Arbeitsgang wird das Fett über die andere Leitung abgesaugt. Da die Flüssigkeit sofort wieder abgesaugt wird und die Körperform nicht durch einen Flüssigkeitsüberschuss verzerrt wird , soll der Arzt eine bessere Kontrolle über die Konturen haben und bessere Ergebnisse erzielen. Die Methode ist noch relativ neu, so dass noch keine Langzeitergebnisse vorliegen.
Die Vibrationstechnik, Rüttelmethode oder Power assisted Liposuction (PAL) bezeichnet eine Variante der Absaugtechnik. Bei dieser Methode erleichtert eine Vibration in der Längsachse der Absaugkanüle die Absaugung. Sie kann sowohl bei der Tumeszenztechnik als auch beim Lipopulsing eingesetzt werden.
Die jüngste Entwicklung ist der VASER, eine Weiterentwicklung der Ultraschallabsaugung. Die Ultraschallsonden sind fast halb so dünn wie die herkömmlichen Sonden. Die Eintrittsschnitte kann dadurch noch kleiner (3-4 mm) gehalten werden. Das Gerät streut weniger Energie, erzielt aber mehr Wirkung beim Zerstören der Fettzellmembranen bzw. beim Emulgieren des Fettgewebes. Dadurch können Probleme durch hohe Energieeinwirkung auf die Haut (Verbrennungen) minimiert werden. Da das Verfahren noch relativ neu ist, liegen keine Langzeitergebnisse vor.
Für viele Plastische Chirurgen stellt die Absaugung in Tumeszenztechnik das Standardvorgehen dar.Der Eingriff kann dann sowohl in Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Vorteile der örtlichen Betäubung sind, dass der Patient bei der Operation mitarbeiten kann indem er sich zum Lagerungswechsel selbst dreht und notfalls zur endgültigen Erfolgskontrolle sogar hinstellen kann. Außerdem kommen allgemeine Risiken wie Thrombosen und Embolien seltener vor.
Da sehr hohe Mengen an Lokalanästhesie verabreicht werden, sollte eine Überwachung mittels EKG und Pulsoymetrie (Sauerstoffsättigungsmessung des Blutes) durchgeführt. Bei Bedarf kann zusätzlich ein mildes Beruhigungsmittel oder ein Schmerzmittel gegeben werden. Die kleinen Einschnitte, durch die die Kanülen eingeführt werden können mit Nähten verschlossen werden oder offen gelassen werden. Dadurch kann die Restflüssigkeit in den Verband ablaufen. Da durch die Fettabsaugung unter der Haut eine sehr große Wundfläche entsteht, ist die Anwendung einer Kompressionsbhandlung nach dem Eingriff sehr wichtig. Deshalb wird noch auf dem Operationstisch das vorher abgemessene Kompressionsmieder angezogen, das in der ersten Woche nicht entfernt werden sollte, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Danach sollte es noch für weitere 6 bis 8 Wochen überwiegend getragen werden. Die abgesaugte Körperregion ist anfangs noch ziemlich verhärtet und geschwollen. Im Rahmen der normalen Narbenreifung bildet sich dies nach 2 bis 3 Monaten allmählich zurück, bis nach etwa 6 Monaten der Endzustand erreicht ist.
Auch wenn die Liposuction immer als harmloser Eingriff dargestellt wird, ist sie doch eine Operation mit all ihren Risiken. Blutergüsse treten selten in etwa 1% der Fälle auf, operationspfichtige sind sehr selten. Einfache lokale Blutungen, die in der Regel nicht behandelt werden müssen treten minimal häufiger auf. Generalisierte Infektionen treten fast nie, lokale Infektionen in unter 1% der Fälle auf. Selten sind auch Störungen des Lymphabflusses mit Auftreten von Lymphfisteln, die meist spontan ausheilen. Thrombosen oder Lungenembolie sind vor allem bei Eingriffen in örtlicher Betäubung sehr selten. Da bei dem Eingriff teilweise sehr hohe Mengen an örtlichem Betäubungsmittel und gefäßverengendem Mittel gegeben werden müssen, sollte die Fettabsaugung bei Patienten mit Vorerkrankungen sehr kritisch gesehen werden, um schwerwiegende allgemeine Komplikationen zu vermeiden. Große Unregelmäßigkeiten oder Dellen treten bei erfahrenen Operateuren selten auf. Kleinere Konturunregelmäßigkeiten sind methodenbedingt nicht immer gänzlich vermeidbar.
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