Das Lipödem - eine Erkrankung, die nur bei Frauen auftritt- ist gekennzeichnet durch eine chronisch fortschreitende symmetrische Unterhautfettvermehrung überwiegend der unteren Extremitäten, manchmal in Kombination mit den Armen. Charakteristisch ist eine Ödembildung (Wasseransammlung) mit Spannungs-, Berührungs- und Druckschmerzen sowie eine auffallende Neigung zu Blutergüssen. Die Schmerzhaftigkeit zeigt sich auch in Synonymen wie Lipalgie, Adiposalgie, Adipositas dolorosa, Lipomatosis dolorosa oder schmerzhaftes Säulenbein
Es werden drei Stadien unterschieden:
Stadium 1 Unterhautgewebe verdickt, weich mit kleinen Knötchen, Haut glatt
Stadium 2 Unterhautgewebe verdickt, weich mit größeren Knoten, Haut uneben
Stadium 3 Unterhautgewebe verdickt, verhärtet, große Knoten, deformierende Fettlappen (Wammen) an den Innenseiten der Oberschenkel und Knie
Es werden unterschiedliche Typen je nach Lokalisation unterschieden:
Typ1 Hüften
Typ2 Hüften und Oberschenkel
Typ3 Hüften, Ober- und Unterschenkel
Typ 4 Arme
Typ 5 Unterschenkel
Aufgrund der klinischen Kriterien kann die Erkrankung meist ganz gut dioagnostiziert werden, eine apparative oder invasive Diagnostik ist nicht notwendig.
Wichtig ist die Abgrenzung von der Lipohypertrophie. Hier findet sich ebenfalls ein disprportioniete Körperform aufgrund einer Fettgewebsvermehrung im Hüft- bzw. Beinbereich bei schlankem Rumpf. Im Gegensatz zum Lipödem haben die Betroffenen aber keine Ödeme und Druck- oder Spannungsschmerzen.
Das primäre Lymphödem manifestiert sich typischerweise am Unterschenkel und erfasst erst später den Oberschenkel. Beim Lipödem dagen tritt die Umfangsvermehrung in den meisten Fällen zuerst an den Oberschenkeln auf. Beim Lymphödem greift das Ödem fast immer auf den Fuß über, beim Lipödem hört es in Höhe der Knöchel auf. Druckschmerzhaftigkeit und Blutergrussneigung bestehen beim Lymphödem ebenfalls nicht.
Das Phlebödem ist ein frühes Zeichen der chronischen venösen Insuffizienz (CVI) und geht mit Stauungszeichen der Haut und des Unterhautgewebes einher.
Der Morbus Dercum (Adiposisatas dolorosa) ist gekennzeichnet durch schmerzhafte, symmetrische Fettansammlungen, vor allem an den Beinen unter Aussparung der Füße. Ödeme bestehen aber nicht.
Bei der benigen symmetrischen Lipomatose findet sich eine diffuse Fettgewebsvermehrung ohne Ödeme, die überwiegend an Hals und Nacken (Typ1) Schultern, Schulterblattregion und Oberarmen (Typ2) oder im Oberschenkel- und Beckenbereich (Typ3) lokalisiwert sein kann.
Bei der Adipositas besteht eine Fettgewebsvermehrung des gesamten Körpers mit Betonung des Rumpfes (stammfettsucht) Bei einem Body-Mass-Inex(BMI) von über 25 kg/m2 spricht man von Übergewicht, ab 30 kg/m2 von Adipositas.
Die physikalische Ödemtherapie mit manueller Lymphdrainage und anschließender Kompression sowie Entstauungsgymnastik bewirkt beim Lipödem eine Abnahme der krankheitstypischen Wassereinlagerungen und führt zu einer mäßigen Umfangsverminderung mit Verringerung der ödembedingten Druck-, Spannungs- und Berührungsschmerzen. Die progrediente Fettvermehrung wird dadurch aber nicht beeinflußt. Dies läßt sich durch eine Fettabsaugung erfolgreich behandeln. Pro Sitzung können bis zu 5000 ml reines Fett entfernt werden. Da bei den Betroffenen nicht selten mehrere oft ausgesprochen voluminöse Körperregionen vorliegen, sind in der Regel mehrere Sitzungen erforderlich. Es kommt durch die Fettabsaugung zu einer ausgeprägten Verbesserung der Körperform. Nicht selten werden auch die krankheitstypische Schmerzen ubnd Ödeme gebessert.
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